Wünsche erfüllen im Mittelalter

Die Rezepturen der Hexen stammen aus einer Zeit, in der die Sexualität quasi tabu war. Dergleichen fand - offiziell - nur in der Ehe zwischen den Eheleuten statt.


Wünsche erfüllen

 

Mit welchen Wünschen Männer und Frauen zu Hexen und Zauberern kamen, spricht eine andere Sprache.

Wünsche erfüllen von Männern 

  • Mittel, die die Lust ihrer Frauen bremsen
  • Den Penis vergrößern.
  • Den nächtlichen Samenfluss verhindern

Die meisten der Rezepturen, die veröffentlicht wurden, bringen uns heute zum Lachen.

Ein Rezept einer "Pomade, die den Penis dick und voluminös macht", wirkt sicher vor allem durch das lange Massieren.

  • Die Zutaten, wie Moschus und Lavendel, könnten vermutlich auch durch andere ersetzt werden.
  • Ein anderes Zaubermittel soll die Ehefrau daran hindern, untreu zu werden. Der Mann soll sich dazu Haare seiner Frau beschaffen. Kurz bevor er auf eine Reise geht, soll er die Haare mit Honig mischen und seinen Penis damit einschmieren.
  • Dann mit seiner Frau vögeln. Die soll dadurch von solch einen Widerwillen nach Sex befallen werden, dass der Ehemann beruhigt weg fahren könne. Um die Wirkung nach seiner Rückkehr wieder auf zu heben, musste er die Prozedur wiederholen. Allerdings diesmal seine eigenen Haare in den Honig mischen.

Wünsche erfüllen von Frauen

  • Mittel, die die defekte Jungfräulichkeit wieder herzustellen.
  • Mittel, die den Ehemann täuschen.
  • Mittel gegen die Mittel der Männer

Wünsche erfüllen von Eltern

Lange bevor die Ultraschall-Untersuchung bei Schwangeren zur Normalität gehörte, wurde bereits versucht, über das ungeborene Kind Informationen zu bekommen. So gab es auch "Weisheiten" darüber, wie das Geschlecht eines ungeborenen Kindes erkannt werden kann.

Anzeichen, dass das ungeborene Kind:

ein Junge wird:
  • die werdende Mutter hat eine rote Gesichtsfarbe, das Kind bewegt sich leicht im Leib.
  • der Bauch rundet sich auf der rechten Seite mehr als auf der linken.
  • die Muttermilch ist dick und flockt nicht aus, wenn sie auf einen Teller gegeben wird.
  • wenn ein Tropfen Muttermilch oder Blut aus der rechten Seite der Schwangeren in einen Brunnen getropft wird und der Tropfen unter geht.
  • die rechte Brust ist größer als die linke.
  • die Schwangere tritt immer mit dem rechten Fuß zuerst auf.
  • die Schwangere hat Schmerzen auf der rechten Seite.
  
ein Mädchen wird:
  • die werdende Mutter ist bleich und das Kind drückt sie schwer.
  • der Bauch rundet sich auf der linken Seite.
  • die Muttermilch ist dunkel, fade, fahl und nicht cremig, wenn sie auf einen Teller gegeben wird.
  • Tropfen aus Muttermilch oder Blut aus der rechten Seite der Schwangeren sinken, wenn sie in einen Brunnen getropft werden.
  • die linke Brust ist größer als die rechte.
  • die Schwangere tritt immer mit dem linken Fuß auf.
  • die linke Seite schmerzt eher als die rechte Seite.


Diese sicheren Anzeichen für das Geschlecht eines Kindes konnte wohl im Sinne der Wissenschaft nicht als sicherer Beweis bestätigt werden. Vermutlich gibt es aber einfach Erfahrungswerte, die sich öfters bestätigen.

So konnten die Hexen vermutlich durch ihre Erfahrungen und Beobachtungen oft etwas vorher sagen, das anderen Menschen wie Hexerei erschien. Auch bei den Mixturen, die sich die Menschen abholten, gab es welche, die ihre Wirkung taten. Aber viele wirkten eben auch dadurch, dass Glaube Wunder bringt. Schliesslich waren die Zauber-Mittel meist auch teuer erkauft.