Fasten und Heilfasten

Fastenzeit - Füttern verbotenVon vielen Menschen wird der Begriff nach wie vor als eine Methode zum schnellen Abnehmen gesehen. Das ist jedoch eine falsche Vorstellung! Sicherlich führt diese Maßnahme auch zum Gewichtsverlust, doch schon nach kurzer Zeit meldet sich der Jo-Jo-Effekt, mitunter sogar durch zusätzliche Pfunde.

Allgemein bedeutet es jedoch ein freiwilliger Verzicht auf feste Nahrung über einen begrenzten Zeitraum. Entspannungsübungen und Bewegung unterstützen den Reinigungsprozess und sorgen für ein positives Körpergefühl.

Schon aus der Evolution heraus besitzt unser Körper diese Fähigkeit. Mit einem Mangel an Nahrung kann er viel besser umgehen als mit einem ständigen Überfluss.

Innerhalb der christlichen Religion gilt heute noch das Fasten  als eine Art „Reinigung von Geist und Seele“. Die Fastenzeit dauert 40 Tage. von Aschermittwoch bis Karsamstag. Diese Dauer trägt dazu bei, dass sich die während der Feiertage über Weihnachten hinaus stark beanspruchten Organe wieder regenerieren können.

Mittlerweile gibt es zahlreiche Fastenarten, die Selbstheilungskräfte aktivieren.. Neben Basenfasten, bei dem der Säure-Basen-Haushalt eine besondere Wirkung auf den Körper ausübt, gibt es noch das Molkefasten oder das Saftfasten. Bei einer totalen Reduktion sind nur Flüssigkeiten in Form von Tee und Wasser erlaubt.

Ein weiteres Verfahren dient der Entschlackung und Entgiftung sowie der kompletten Regeneration des Körpers. Die nachfolgenden Ausführungen enthalten einen Überblick und wichtige Tipps und Ratschläge zum klassischen Heilfasten.

Heilfasten – sich selbst heilen!

Fastenzeit - der Tisch bleibt ungedecktBei diesem Heilverfahren werden die Stoffwechselvorgänge des Körpers entlastet, die gleichzeitig zu einer Entgiftung des Gewebes führen. Die Selbstheilungskräfte aktivieren sich und die Ernährung erfolgt sozusagen aus den körpereigenen Nahrungsdepots.

Durch die Enthaltsamkeit von Nahrungsmitteln, die übewiegend säurehaltig sind, entwickelt sich eine nachhaltige Entsäuerung des Körpergewebes. Auch Leber und Nieren als ausleitende Organe können durch die stoffwechselbedingten Entlastungen die neutralisierten Säuren besser aus dem Bindegewebe entfernen.

Die Heilfastenzeit bringt ebenfalls eine enorme Entlastung für den Magen-Darm-Trakt. Nach einer Darmreinigung rücken somit die guten Mikroorganismen wieder in den Vordergrund.
Vorsicht beim Fasten gilt allerdings für stark übersäuerte Menschen. Diese sollten die Kur behutsam und unter fachkundiger Anweisung eines Mediziners durchführen.

Wer auf das Fasten besser verzichten sollte

Grundsätzlich ist eine Fastenkur für jeden gesunden Erwachsenen, vom Teenager bis Rentner, geeignet. Obwohl die Kur eine positive Wirkung auf den Organismus hinterlässt, übt diese doch einen besonderen Stress auf den Stoffwechsel aus, der aus medizinischer Sicht für bestimmte Personengruppen ungünstig ist.

Generell ist die Anwendung für Schwangere, Stillende sowie Menschen mit Bulimie (Ess-Brech-Sucht) oder Anorexie (Magersucht) tabu. Chronisch Kranke oder psychisch labile Personen sollten vor Beginn mit einem erfahrenen Mediziner oder Therapeuten Rücksprache nehmen. Kindern unter vierzehn Jahren haben aufgrund von regelmäßigen Wachstumsschüben auch einen erhöhten Nährstoffbedarf und sind deshalb ebenfalls von einer Fastenzeit auszuschließen.

Allerdings sind die in den letzten Jahren zunehmenden Allergien (Neurodermitis) und störenden Faktoren des Immunsystems oftmals auch nahrungsmittelabhängig. Spezielle Fastenmethoden und daran anlehnende Diäten zeigen wiederum Erfolge.

Nebenwirkungen des Fastens auf die Sie sich einstellen sollten

Durch die Umstellung des Hormonhaushalts und des Stoffwechsels durchläuft der Körper während der Fastenzeit auch stressbedingten Phasen.

Diese äußern sich - je nach Ausgangslage des gesundheitlichen Zustandes des Menschen - beispielsweise mit Konzentrationsschwäche, Müdigkeit, Schwindelgefühl oder Kälteempfinden.

Mitunter treten auch Menstruationsstörungen oder Mundgeruch auf. Diese Befindlichkeitsstörungen verschwinden jedoch im weiteren Verlauf der Fastenzeit und treten bei regelmäßigem Fasten auch nur noch im geringen Maße oder gar nicht mehr auf. 

Was passiert beim Heilfasten im Körper?

Für die ordnungsgemäße Funktion benötigen bestimmte Organe (Nerven, Gehirn, rote Blutkörperchen) Glukose (Zucker). Der Körper greift somit in der Frühphase - ungefähr zehn Stunden nach der letzten festen Nahrungsaufnahme - auf die hauptsächlich in der Leber vorhandenen Zuckerreserven zurück.

Diese sind meist schon nach einem Tag aufgebraucht, sodass er im weiteren Verlauf Eiweiße aus der Muskulatur zieht. Um Proteinverluste vorzubeugen, nutzt der Körper anschließend das Fettgewebe. Es gilt als der größte Energiespeicher überhaupt.

Der Gewichtsverlust am Beginn der Fastenzeit basiert vor allem auf die erhöhte Elektrolyt- und Wasserausscheidung. Über einen längeren Zeitraum sinkt der Energiebedarf, wodurch auch die Pfunde deutlich langsamer purzeln. Fastende verlieren durchschnittlich 400 Gramm pro Tag.

Wir spüren den Vorgang bereits in den ersten beiden Tagen durch ein ständiges Hungergefühl. Der Körper schaltet seinen Stoffwechsel auf die inneren Reserven um und „zapft“ diese an. Dadurch verbraucht er deutlich weniger Energie als bei einer Nahrungszufuhr von außen. Der Blutdruck sinkt und entlastet Herz und Kreislauf.

Wird die Methode über einen längeren Zeitraum von mehr als einer Woche durchgeführt, schüttet der Körper Endorphine aus, welche die Hungerphasen erträglicher machen.

Fencheltee eignet sich gut für die FastenzeitWichtige Tipps und Regeln zum Fasten

  • Wenn Sie noch nie gefastet haben, beginnen Sie mit möglichst kurzen Fastenzeiten. Jeden Monat oder dann auch jede Woche einen Fastentag einlegen, ist zum Beispiel recht gut organisierbar und hat - gerade wenn Sie es regelmäßig tun - eine erstaunlich reinigende Wirkung. 
  • Steigern Sie, wenn überhaupt, dann nur langsam. Und überlegen Sie sich vorher, was Sie mit einer längeren Fastenzeit bewirken wollen. Aus purer Gewalt bringt auch hier gar nichts, sondern kann 
  • Beginnen Sie mit leichter Kost! Während der ersten beiden Tage muss sich der Verdauungstrakt auf die Schonzeit vorbereiten.
  • Kaffee, Alkohol, Süßigkeiten und Nikotin sind tabu!
  • Achten Sie auf ausreichendes Trinken! Stilles Wasser, Edelsteinwasser, verdünnte Gemüse- oder Fruchtsäfte, Kräutertees, Molke und Gemüsebrühe eignen sich. Sehr zu empfehlen sind insbesondere Tees wie Lapacho-Tee oder auch Fencheltee
  • Bewegungen im Freien (Gymnastik, Spazierengehen) oder auch Anwendungen nach Kneipp fördern den Kreislauf.
  • Legen Sie während des Fastens öfters Ruhephasen ein! Noch besser ist es, wenn Sie während einer längeren Fastenzeit keine körperlich anstrengenden Tätigkeiten verrichten. Für viele Berufe bedeutet das stark eingeschränkte Möglichkeiten, eine längere Fastenzeit einzulegen. 
  • Vorsicht beim Fasten! Um Gefahren zu vermeiden, sollten Einsteiger vor Beginn unbedingt einen Gesundheitscheck beim Arzt wahrnehmen. Noch besser ist es, Sie lassen sich von jemandem begleiten, der Erfahrungen mit dem Fasten hat. 
  • Der Start ins „neue Leben“ beginnt mit leicht verdaulicher Aufbaukost (Aufbauphase)! Fastenbrechen können Sie zum Beispiel mit einem Apfel, einer leichten Hühnersuppe oder auch einem sanften Smoothie. Oh - kann ein Apfel lecker sein!

Apropos!

Durch regelmäßiges Heilfasten können ebenso zahlreiche Gesundheitsprobleme und Erkrankungen wie Diabetes, Migräne, Neurodermitis, Schlafstörungen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie rheumatische Beschwerden gelindert oder sogar komplett geheilt werden. In diesem Sinne: Halten Sie durch – der Gesundheit zuliebe, denn fast jeder kann sich selbst heilen!

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