Start Kräuter-Blatt-Frucht Wermut – ein besonders bitteres Kraut

Wermut – ein besonders bitteres Kraut

Wermut ist ein ein ganz besonders bitteres Kraut.
Wermut ist ein ein ganz besonders bitteres Kraut.

Wermut zählt nicht nur zu den bitter schmeckenden Kräutern, es ist sogar ein ganz besonders bitteres Kraut. Auf keinen Fall sollten Sie jedoch den bitteren Geschmack mit Süßstoffen neutralisieren.

Die Wermutpflanze wächst in hohen Stauden

Wermut, Artemisia absinthium, gehört zur Familie der ostmediterranen Korbblütler. Die seidig-filzige behaarte Staude wird gerne entlang von Mauern und Zäunen gepflanzt. Schon seit dem Mittelalter wird Wermut als Gewürz- und Heilpflanze verwendet. Außerdem ist das Kraut Bestandteil des Wermutweines und des Absinths.

Wermut – Magen-Darmmittel aus dem Mittelalter

Wermut geerntet
Wermut geerntet

Der Wermut verdankt seinem bitteren Geschmack, dass er schon seit Jahrhunderten als beliebtes Magen-Darmmittel verwendet wird. Immerhin gehört der Wermut zu den bittersten Kräutern, die wir kennen und verwenden.

Die Heilpflanze wird über den Bitterwert definiert. Der Wert sagt aus, wie viel Liter Wasser noch bitter schmecken. Wermut verfügt über einen Bitterwert von 15.000. Das bedeutet, dass 1 Gramm Pflanzenmaterial 15 Liter Wasser bitter schmecken lässt. Damit übertrifft der Wermut sogar den Enzian, dessen Bitterwert bei 10.000 liegt.

Positive Bitterstoffe

Die Bitterstoffe wirken sich positiv auf unser Verdauungssystem aus. Stress, falsche Nahrungsmittel, zu fettreiche Speisen, all das führt zu Verdauungsstörungen. Wie kann die bittere Heilpflanze diesen Problemen entgegenwirken? Wenn Sie Wermut zu sich nehmen, merken Sie sofort den bitteren Geschmack.

Bereits auf der Zunge und am Gaumen, aber auch im gesamten Verdauungstrakt regen die Stoffe reflexartig die Produktion von unterschiedlichen Verdauungssäften an.

Bedingt durch die Verdauungssäfte verdaut der menschliche Körper den Nahrungsbrei viel besser. Das hat den Vorteil, dass Blähungen, Bauchkrämpfe und Völlegefühl erst gar nicht entstehen oder gebessert werden.

Wermut wirkt appetitanregend

Ein guter Appetit gilt als Zeichen von Gesundheit. Es gibt aber viele Gründe, warum immer mehr Menschen unter Appetitlosigkeit leiden. Die häufigsten Ursachen sind:

    • Verdauungsprobleme
    • Stress
    • Depressionen
    • schwere, akute Erkrankungen
    • Magen-Darmerkrankungen
    • Mangel an Verdauungssäften
    • zunehmendes Alter
    • Demenz
    • die Einnahme bestimmter Medikamente

Wermut hilft bei Appetitlosigkeit

Wermuttee ist ein wahres Allroundtalent. Bei Appetitlosigkeit wird der Tee ungefähr eine halbe Stunde vor dem Essen getrunken, bei Verdauungsproblemen erst nach dem Essen.

Wermuttee zubereiten

Die Zubereitung ist denkbar einfach. Brühen Sie 1 Gramm, das entspricht einen Teelöffel getrocknetem Kraut, mit 150 Milliliter Wasser auf.

Macht Wermuttee rauschartige Zustände?

Sehr beliebt im 19. Jahrhundert war vor allem in Künstlerkreisen der berühmte Absinth, bei dem die Ausgangssubstanz Wermut war. Damals führte das Getränk zu rauschartigen Zuständen, weil es Thujon in höheren Dosen enthielt.

Thujon ist ein Bestandteil der ätherischen Öle, die in verschiedenen Kräutern, wie zum Beispiel Rosmarin, Thymian, Salbei und eben auch im Wermut vorkommen.

Absinth wurde in vielen Ländern verboten, ist aber seit 1991 mit einem streng definierten Grenzwert wieder erhältlich.

Bei der Zubereitung von Wermuttee werden bedingt durch die schlechte Wasserlöslichkeit die Grenzwerte des Thujons nicht erreicht.

Bitteres wirkt appetitanregend

Ein Gläschen herb aromatischer Wermutwein als Aperitif vor dem Essen kann wahre Wunder vollbringen. Er verkürzt nicht nur die Wartezeit, sondern regt den Appetit an und stimmt auf die Speisen ein.

Die ursprüngliche Heimat des Wermutweines ist die italienische Stadt Turin. Im Jahr 1786 wurde der Wermutwein dort erstmals hergestellt.

Wermut – das gesunde Kraut selber pflanzen

Von April bis Mai erfolgt die Aussaat direkt ins Freiland. Das gesunde Kraut ist eine recht anspruchslose Pflanze. Sie liebt die Sonne, kommt aber mit wenig Wasser aus und muss nur einmal jährlich gedüngt werden.

Das Kraut ist winterhart. Nur wenn es in Pflanzkübeln gesetzt wird, muss die Pflanze im Haus, Keller oder Wintergarten überwintern.

Die Staude wird bis zu einem Meter hoch, lässt sich gut über Stecklinge vermehren und neigt dazu, zu wuchern und zu wuchern. Deshalb ist ein jährlicher Rückschnitt Ende Juli, Anfang August sehr zu empfehlen.

Von Juli bis September kann der Wermut geerntet werden. Verwendet werden die gelben Blütenrispen und die Blätter, die an einem kühlen und trockenen Ort getrocknet werden können.

Wermut als bitteres Küchenkraut

Anders als beispielsweise Basilikum, Schnittlauch oder Petersilie, wird Wermut nicht oft in der Küche als Gewürz verwendet. Schuld daran ist sicher das eigenwillige, herb-bittere Aroma.

Eigentlich schade, denn neben den bereits erwähnten positiven Auswirkungen auf das Verdauungssystem hat der Wermut auch eine durchblutungsfördernde und Immunsystem stärkende Wirkung.

Das Würzaroma des Wermuts passt sehr gut zu fettreichen Speisen und zu Gerichten mit Kaninchen und Gans.

Wichtiges rund um das Kraut

Die ätherischen Öle des Wermuts sind leicht giftig. Deshalb ist es wichtig, den Wermuttee nur für rund zwei Wochen zu trinken und dann eine Pause zu machen. Natürlich dürfen Personen, die eine Allergie gegen Korbblütler haben, keinen Wermuttee trinken.

Bildquellen:

© mac231 auf Pixabay / Bild von cheolhan jo auf Pixabay

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