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Hildegard von Bingen – kleine Kräuterapotheke für den Winter

Hildegard von Bingen ist berühmt dafür geworden, dass sie Kranke und Krankheiten wie keine andere ihrer Zeit zu verstehen und heilen wusste. Kräuter und Klöster waren schon immer unzertrennbar miteinander verbunden und bildeten eine einzigartige Symbiose.

Thymian gehört zu den Kräutern, auf die von Bingen im Winter besonders vertraute.
Thymian gehört zu den Kräutern, auf die von Bingen im Winter besonders vertraute.

Die Äbtissin Hildegard von Bingen

Die Äbtissin und Mystikerin Hildegard von Bingen wurde 1098 in Bermersheim bei Alzey geboren und verstarb am 17.09. 1179 in Rupertsberg bei Bingen. Sie war Äbtissin der Benediktinerinnen von Rupertsberg bekannt für ihre Visionen des lebendigen Lichts.

Bereits im zarten Alter von drei Jahren sah Hildegard, die aus einem fränkischen Hochadel bei Bermersheim stammte, ein ganz besonderes Licht. Ein Licht, das nach ihren eigenen Worten ihre Seele erwärmte. Aufgrund ihres jungen Alters konnte sie nicht darüber berichten und ehrlich gesagt, geglaubt hätte ihr wahrscheinlich auch niemand.

Hildegard von Bingen und ihr Werk

In lateinischer Sprache verfasste sie Schriften zur Kosmologie sowie zur Natur- und Heilkunde. Als Komponistin hinterließ sie mit den Symphonia armonie celestium revelationum 77 Gesänge nach dem liturgischen Kalender und das geistliche Schauspiel Ordo virtutum mit 82 Melodien im syllabischen Stil.

Dass in ihrem Klostergarten für jedes Leiden ein Kraut wuchs, ist hinlänglich bekannt. Sie besaß eine ganz besondere Fähigkeit, kranke Menschen zu verstehen und ihnen zu helfen. In ihrem Buch Liber simplicis medicinae beschrieb sie die Heilkraft verschiedener Pflanzen.

Die Ruinen vom Kloster Disibodenberg, in dem Hildegard von Bingen viele Jahre wirkte, ehe sie ihr eigenes Kloster gründete.
Die Ruinen vom Kloster Disibodenberg, in dem Hildegard von Bingen viele Jahre wirkte, ehe sie ihr eigenes Kloster gründete.

Dieses Werk, in dem sie über die Wirkung der einzelnen Kräuter und deren Wirkung auf Körper und Seele schrieb, gilt heute noch als die Bibel in der Kräuter- und Naturheilkunde. Damals wie heute wird ihr uraltes Wissen geschätzt und ihre Kräuterapotheke findet weltweit Anklang.

von Bingen – Tipps für die Winterzeit

Schnupfen, Husten, rauer Hals, Sie fühlen sich gar nicht gut? Doch gegen so eine lästige Erkältung ist so manches Kraut im Klostergarten gewachsen. Wussten Sie, dass Sie gerade im Winter dem Thymian größte Bedeutung schenken sollten? Immerhin gilt er unter allen Pflanzen als der Bakterientöter schlechthin.

Wissenschaftliche Studien belegen immer öfter die Wirkung der Kräuter. So gelang es beispielsweise Forschern aus Freiburg nachzuweisen, dass Kapuzinerkresse und Meerrettich Keime abtöten können.

Erstaunlicherweise sogar Keime, die gegen Antibiotika resistent waren. Eine andere, nicht weniger interessante Studie der Charité Berlin belegt, dass Ginkgo erhöhte Blutfette signifikant senken und Gefäßablagerungen verringern kann.

von Bingen Tipps bei Husten

Leiden Sie an hartnäckigem Husten, der gerade im Winter durch das Heizen noch verstärkt wird? Dann sollten Sie auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr achten und probieren Sie diese Teemischung:

Sie kochen je einen Teelöffel Thymian, Salbei und Spitzwegerich auf. Lassen Sie den Tee abkühlen und trinken Sie täglich drei Tassen. Sie können zu dieser Teemischung noch Fenchel, Anissamen sowie Königskerzenblüten geben.

von Bingen Tipps bei verstopfter Nase

Ist die Nase verstopft, wird das Atmen zur Qual. Stellen Sie während Ihrer Nachtruhe einen Luftbefeuchter in Ihren Schlafraum. Bei verstopfter Nase atmen wir automatisch durch den Mund und dadurch trocknet der Rachenraum sehr aus. Welche Kräuter helfen bei verstopfter Nase?

Lassen Sie etwas Kokosfett auf kleiner Flamme zergehen. Geben Sie drei bis vier Esslöffel Majoran dazu und lassen Sie die Mischung 24 Stunden stehen. Danach erwärmen Sie das Kokosfett mit dem Majoran wieder und seihen die Majoranblätter ab. Diese selbst hergestellte Salbe tragen Sie mehrmals täglich rund um die Nase auf. Für ein leichteres Atmen durch die Nase hilft übrigens auch ätherisches Salbeiöl.

… Schnupfen

Bei Schnupfen inhalieren Sie mit Kräutern. Dazu bringen Sie in einem großen Topf Wasser zum Kochen. In das kochende Wasser geben Sie Kamillenblüten, Thymian, Salbei und Majoran. Decken Sie den Topf zu und lassen Sie die Kräuter gut ziehen. Anschließend inhalieren Sie.

Tipp: Atmen Sie durch die Nase ein und durch den Mund aus.

… Heiserkeit

Versagt die Stimme und ist Ihr Hals rau, bringen Gurgellösungen rasche Linderung. Sie kochen drei Teelöffel Salbeiblätter in einem halben Liter Wasser auf und lassen das Gemisch zwanzig Minuten ziehen. Gurgeln Sie mehrmals täglich mit dieser Lösung.

… Gliederschmerzen

Müde und schlapp, das sind oft die ersten Anzeichen einer Erkältung. Ein Entspannungsbad ist jetzt genau das Richtige für Sie. Zerkleinern Sie rund 80 Gramm Eukalyptusblätter und übergießen Sie diese mit drei Liter kochendem Wasser. 20 Minuten zugedeckt ziehen lassen und dann dem Badewasser beimengen. Eukalytus kannte Hildegard von Bingen allerdings noch nicht, da die Pflanze in Australien heimisch ist. Statt den Eukalyptusblättern können Sie daher – von Bingen gerecht – Fichtennadeln in das Badewasser geben.

Was Sie noch wissen sollten:

  • Die hier beschriebenen Kräuter haben eine bakterientötende beziehungsweise entzündungshemmende Wirkung. Manche Kräuter wärmen von innen, andere, wie zum Beispiel der Lavendel, helfen bei äußeren Anwendungen und fast alle Kräuter sind nebenwirkungsfrei.
  • Trotzdem wenden Sie die Kräuter nur bei leichten grippalen Infekten an. Erkranken Sie an einer Grippe bzw. einem Virus helfen Rezepte, die Bakterien töten, nicht.

WikimediaImages auf Pixabay / Lisa van Beergen auf Pixabay

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